Höxter (TKu). Im wahrsten Sinne: Mit Pauken und Trompeten demonstrierten nicht nur Landwirtinnen und Landwirte am vergangenen Sonntag zum dritten Mal in Höxter gegen die Sparpläne der Bundesregierung. Mit Musik und Rosenmontagsumzug-Charakter zogen diesmal auch viele Bürgerinnen und Bürger durch Höxter. Etwa 400 Demonstrantinnen und Demonstranten haben die Veranstalter gezählt. Das Ordnungsamt Höxter sprach zu Beginn der Veranstaltung von etwa 300 Demonstranten. Später kamen jedoch noch weitere hinzu. Via Sternfahrt sind aber zunächst gegen Mittag geschätzt mehr als 150 Traktoren, Lkw und Privatfahrzeuge in Höxter eingefahren, nachdem sie sich an Sammelpunkten im gesamten Kreis Höxter getroffen hatten. Ein befürchtetes Verkehrschaos in Höxter blieb aus, da die Fahrzeuge von allen Seiten geordnet anrückten und auf den vorgesehenen Parkplätzen unterkamen.

Vom Treffpunkt in der Uferstraße aus bewegten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Kundgebungsplatz auf den Berliner Platz – vorneweg mit einem Fanfarenzug. Dahinter folgten die Fußgruppen und ein Umzugswagen, der bereits im Karnevalsumzug in Paderborn mitgefahren ist und von dem ebenfalls Musik gespielt wurde. „Wir wollen unsere Proteste immer wieder neu und interessant gestalten, damit unsere Stimme nicht verhallt“, sagte der Initiator der Veranstaltung, Klaus Siebeneicher aus Beverungen, der beim Protestmarsch von der Uferstraße über die Weser- und Bachstraße, die Minoritenstraße, die Corbiestraße und Nikolaistraße bis zum Berliner Platz zusammen mit seiner Tochter Vanessa vorneweg ging. „Wir sind alles Bürgerinnen und Bürger ohne jeglichen politischen Einfluss“, stellte Siebeneicher klar und ergänzt: Wenn hier eine parteipolitische Fahne hochgehalten würde, von wem auch immer, dann habe sich der Umzug für den jeweiligen Teilnehmer erledigt“, so Siebeneicher. Zu Wort bei den Rednern kamen diesmal auch keine offiziellen Amts- und Würdenträger, sondern Bürgerinnen und Bürger.

Durch das Programm moderierte André Jesse und Sven Schlegelmilch, die auch bei der Bürgerinitiative „Bielefeld steht auf“ aktiv sind. Längst gehe es den Protestlern schon nicht mehr um die Kürzungen für die Landwirtinnen und Landwirte, wie von den Rednerinnen und Rednern herauszuhören war. Sorgen machten den Menschen auch neue Gesetzentwürfe wie das sogenannte Demokratieförderungsgesetz von Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Eine Vielzahl an Gesetzen, die Redner Arndt Peters als Nachteil der Bürgerinnen und Bürger sah, erläuterte der Godelheimer auf dem Berliner Platz.

Auch in Marienmünster wurde demonstriert. Hier kamen 150 Menschen zusammen. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich und ohne jegliche Vorkommnisse.

Fotos/Video: Thomas Kube