Höxter (red). Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Höxter zeigt sich mit Blick auf die jüngste Mehrheitsentscheidung von CDU, BfH und FBI tief besorgt. Trotz eindeutiger fachlicher Einschätzungen halten die Fraktionen weiterhin am Standort des geplanten Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) im ehemaligen Postgebäude fest.
Aus Sicht der SPD ist dieses Vorgehen nur schwer nachvollziehbar. Sowohl die Geschäftsführung des MVZ als auch externe Fachplaner haben deutlich darauf hingewiesen, dass das Gebäude weder wirtschaftlich tragfähig noch zukunftsfähig ist. Insbesondere die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten, die baulichen Einschränkungen sowie die zu erwartenden hohen Betriebskosten sprechen klar gegen den Standort.
„Wenn diejenigen, die das MVZ später betreiben sollen, ausdrücklich von diesem Standort abraten, sollte man das sehr ernst nehmen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Günter Wittmann. „Hier geht es nicht um eine beliebige Nutzung, sondern um die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Höxter.“
Die SPD kritisiert insbesondere, dass die Entscheidung der Ratsmehrheit offenbar gegen die fachlichen Bewertungen getroffen wurde. Ein funktionierendes MVZ erfordere ein tragfähiges, langfristig angelegtes Konzept und keine vorschnelle Lösung, die bereits zum Start strukturelle Probleme mit sich bringe.
Ziel müsse es aus Sicht der Sozialdemokraten sein, einen Standort zu finden, der sowohl wirtschaftlich betrieben werden kann als auch ausreichend Entwicklungspotenzial bietet. Nur so könne eine stabile und zukunftssichere medizinische Versorgung für die rund 30.000 Bürgerinnen und Bürger gewährleistet werde.
Die SPD appelliert daher an den Rat, die vorliegenden fachlichen Einschätzungen ernst zu nehmen und die Standortfrage erneut ergebnisoffen zu prüfen.
„Die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger darf nicht durch politische Vorfestlegungen gefährdet werden“, so Wittmann abschließend.