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Mittwoch, 06. Mai 2026 Mediadaten
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Ein herzliches Willkommen in Corvey: (v. l.) Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, Norbert Drews (Vorsitzender HVV), Thorsten Wolff (VerbundVolksbank OWL), Ulrich Wickert und seine Ehefrau Julia Jäkel, Bürgermeister Daniel Hartmann sowie Organisator Dr. Michael Stoltz (HVV) anlässlich der Hoffmann-von-Fallersleben-Rede im Kaisersaal von Corvey.

Höxter (red). Ein hochkarätiger Gast, ein ausverkaufter Kaisersaal und ein Vortrag, der lange nachwirkt: Die 22. Corveyer Hoffmann-von-Fallersleben-Rede hat am Sonntag zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Corvey gelockt und für einen eindrucksvollen Vormittag gesorgt. Mit dem Journalisten und Buchautor Ulrich Wickert konnte eine Persönlichkeit gewonnen werden, die über Jahrzehnte hinweg die politische Berichterstattung in Deutschland geprägt hat.

Bekannt als langjähriger Moderator der „Tagesthemen“, nahm Wickert sein Publikum mit auf eine reflektierte Reise durch gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Erfahrungen. In ruhiger, präziser und differenzierter Weise ordnete er aktuelle Fragestellungen ein, ganz in der Haltung, die viele Zuschauerinnen und Zuschauer über Jahrzehnte hinweg an ihm schätzen gelernt haben.

„Viele von uns sind mit seiner Stimme groß geworden. Sie stand am Ende eines Tages für Einordnung, für Orientierung und für einen klaren Blick auf das Wesentliche“, so Bürgermeister Daniel Hartmann. Dass die Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, wertete er als deutliches Signal für das große Interesse an fundierter und differenzierter Information.

Für einen besonders bewegenden Moment sorgte die musikalische Interpretation des französischen Liedes „Göttingen“. Vorgetragen vom Pianisten Hans Hermann Jansen und der Sängerin Yvonne Sperling, berührte das Stück den ehemaligen ARD-Korrespondenten tief. Wickert, der viele Jahre in Paris tätig war, zeigte sich sichtlich ergriffen und erinnerte an die historische Bedeutung des Liedes als Symbol der deutsch-französischen Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg. In persönlichen Worten hob er hervor, wie prägend diese Zeit für ihn gewesen sei und wie wichtig es bleibe, den Blick auf das Verbindende zu richten.

Auch organisatorisch wurde die Veranstaltung von vielen Seiten getragen: Dr. Michael Stoltz, der die Reihe für den Arbeitskreis Hoffmann-von-Fallersleben im Heimat- und Verkehrsverein Höxter verantwortet, führte in die Veranstaltung ein und würdigte den Werdegang Wickerts. Er erinnerte dabei unter anderem an dessen internationale Erfahrungen und seine enge Verbindung zu Frankreich.

Hausherr Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey unterstrich in seiner Ansprache die besondere Strahlkraft des diesjährigen Redners. 
Es sei eindrucksvoll zu sehen, wie groß das Interesse an dieser traditionsreichen Vortragsreihe weiterhin sei und wie schnell die Veranstaltung ausgebucht gewesen sei.

Der Kaisersaal in Corvey bot einmal mehr den passenden Rahmen für die Reihe „Nachdenken über Deutschland“, die sich durch fundierte Beiträge und Denkanstöße auszeichnet. Auch Wickerts Rede verzichtete bewusst auf einfache Antworten und lud stattdessen dazu ein, sich differenziert mit gesellschaftlichen Entwicklungen und der deutschen Nationalhymne auseinanderzusetzen.

Im Anschluss an seinen Vortrag wurde Ulrich Wickert mit dem Hoffmann-von-Fallersleben-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen auseinandersetzen. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, gestiftet von der VerbundVolksbank OWL.
Auf Wunsch des Preisträgers kommt der Erlös aus dem Kartenverkauf sowie das Preisgeld dem Gnadenhof Hervel in Herscheid zugute. Der Lebenshof bietet seit vielen Jahren Tieren in Not ein dauerhaftes Zuhause.

Zum Abschluss trug sich Ulrich Wickert in das Goldene Buch der Stadt Höxter ein. Ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit und Erinnerung an einen besonderen Tag in Corvey.

Mit großem Applaus und vielen nachhaltigen Eindrücken endete eine Veranstaltung, die einmal mehr gezeigt hat, wie wertvoll fundierte Einordnung und persönliche Perspektiven für den gesellschaftlichen Dialog sind.

Foto: Stadt Höxter 

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