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Mittwoch, 11. Februar 2026 Mediadaten
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Höxter (TKu). Wege in eine lebenswerte Zukunft: Umweltbezogene Studiengänge in Höxter: Unter dieser Überschrift standen gleich zwei Podiumsdiskussionen beim „Klaus Töpfer Umweltsymposium“ 2026. Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Veranstaltung, diese deutlich machte: Der Hochschulstandort Höxter besitzt eine Strahlkraft, die weit über Ostwestfalen hinausreicht. In der ersten Diskussionsrunde diskutierten Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Planung, Landwirtschaft und Naturschutz über Perspektiven von Umweltstudiengängen und die besondere Bedeutung kleiner Hochschulstandorte. Moderiert wurde die Runde von Katharina von Ruschkowski. Dr. Kathrin Weiß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt, Bauen und Geoinformationen beim Kreis Höxter, betonte die Stärken überschaubarer Standorte: Gerade dort lerne man, interdisziplinär zu denken und voneinander zu lernen. Der direkte Austausch zwischen verschiedenen Fachrichtungen sei ein entscheidender Vorteil. Wie anschaulich Umwelt- und Strukturwandel vermittelt werden können, verdeutlichte Dr. Mario Sommerhäuser vom Lippeverband/Emschergenossenschaft Essen mit einem augenzwinkernden Beispiel: Dortmunder Wein in der Bierstadt Dortmund. „Das Beste am Wein ist das Bier danach“, scherzte Sommerhäuser. Ein früherer Dortmunder Industriestandort, der nun Weinbauflächen besitze, sei ein gelungenes Beispiel für lebendige Kommunikation und Interesse an dr Praxis, so Sommerhäuser.

Auch die oft als Gegensätze dargestellten Bereiche Naturschutz und Landwirtschaft wurden differenziert betrachtet. Stefan Berens von der Landwirtschaftskammer Brakel widersprach der Vorstellung zweier unvereinbarer Pole. Viele Projekte ließen sich gemeinsam umsetzen, betonte er. Das gegenseitige Verständnis habe deutlich zugenommen. Als Beispiel nannte er die Bewirtschaftung untergenutzter Flächen, bei der landwirtschaftliche Nutzung und der Erhalt der Biodiversität zusammen gedacht würden. Bernd Schackers vom UIH Planungsbüro aus Höxter blickte persönlich auf seinen Studienweg zurück. Rückblickend habe er keinen Kurs vermisst, auch wenn nur wenige Inhalte im Nachhinein weniger relevant erschienen. Besonders das Thema Naturschutz habe ihn geprägt, ein Interesse, das nach seinem Zivildienst in Höxter entstand und ihn bis heute begleite. Zwischen Grafikdesign und Naturschutz schwankend, habe er im Studium schließlich beides verbinden können. Auch seine Entscheidung, nach dem Studium in Höxter zu bleiben, unterstrich die Attraktivität des Standorts.

Für einen Schmunzler sorgte Prof. Dr. Ulrich Riedl aus Hannover mit der Geschichte vom Anbau von Wacholder zur Pflege der Kulturlandschaft, eine Idee, die er selbst als „Schnapsidee“ bezeichnete und die nur mit Sondergenehmigung realisiert werden konnte. Ulrich Eichelmann, Gründer der Naturschutzorganisation „Riverwatch“ aus Wien, hob die besondere Atmosphäre kleiner Hochschulen hervor. In Höxter lerne man sich zwangsläufig kennen, erzählte er, anders als an Universitäten mit mehreren Tausend Studierenden. Das Publikum reagierte mit Lachen. In der weiteren Diskussion ging es um die Frage, wie sich Theorie und Praxis besser verzahnen lassen. Dr. Kathrin Weiß plädierte dafür, Chancen vor Ort zu nutzen und frühzeitig ins Gespräch zu kommen. Gemeinsame praktische Projekte seien ein Schlüssel, um Verständnis füreinander zu entwickeln. Stefan Berens ergänzte, er erkläre Studierenden zunächst, wie Landwirtschaft organisatorisch funktioniere, „ein wichtiger Einstieg in eine praxisnahe Ausbildung“.

Dass Höxter überregional und international vernetzt ist, machte Prof. Dr. Ulrich Riedl deutlich. Kooperation sei auf allen Ebenen notwendig, von kleinen Projekten bis hin zu globalen Fragen. Kommunikation sei dabei entscheidend und müsse aktiv gelebt werden. Als Beispiel nannte er ein Projekt in Albanien, wo es gelungen sei, 400 Kilometer Fluss zum Nationalpark zu erklären, obwohl zahlreiche Wasserkraftwerke geplant waren. Wichtig sei, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln, eine Kommunikationsfähigkeit, die erlernbar sei. Die Strahlkraft Höxters dürfe dabei nicht unterschätzt werden, betonte Riedl. Zum Abschluss der Runde wurde es kreativ: Auf die Frage, was auf einem Werbeplakat für den Hochschulstandort Höxter in Berlin stehen sollte, reichten die Antworten von „Klein und fein“ über „Willst du Lebensqualität, studiere in Höxter“ bis hin zu „Tolles Klima fürs Klima“. Ulrich Eichelmann sorgte mit seinem scherzhaften Vorschlag „Studiert bloß nicht in Höxter“ für Heiterkeit, eine Anspielung auf umgekehrte Psychologie aus der Werbung.

In der zweiten, politisch geprägten Diskussionsrunde standen Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann, der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken (CDU) und die Landtagsabgeordnete Julia Eisentraut (Grüne) Rede und Antwort. Auch hier moderierte Katharina von Ruschkowski. Julia Eisentraut hob die Praxisnähe des Standorts hervor: Wissen werde von Höxter aus in die Welt getragen. Bürgermeister Hartmann betonte die familiäre Atmosphäre, den engen Praxisbezug und die landesweit günstigen Mieten. Eisentraut, die selbst bereits in Höxter gewesen ist, unterstrich die besondere Bedeutung des Standorts für den ländlichen Raum. Einrichtungen wie der Botanische Garten seien untrennbar mit Höxter verbunden. Matthias Goeken zeigte sich enttäuscht über Prof. Dr. Jürgen Krahl persönlich, der die Pläne zur Verlagerung von Studienplätzen nach Lemgo und Detmold vorantreibe. Die Auseinandersetzung habe ihn viele Termine und viel Kraft gekostet. Doch er stellte klar: Ostwestfalen seien beharrlich. Bürgermeister Hartmann lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Aktionskreis „Lehre am Hochschulstandort“, der das Symposium organisiert hatte. Einigkeit bestand darüber, dass Hochschulstandorte in der Fläche erhalten werden müssen. Viele Studierende wollten dort studieren, wo sie auch leben, betonte Eisentraut. Zudem sei das Know-how aus dem ländlichen Raum ein wichtiger Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Goeken ergänzte mit einem Zitat aus einem Gespräch mit einem Unternehmenschef, der die besten Mitarbeitenden aus der Region kommen sah. Für die Zukunft des Standorts wünschte sich Bürgermeister Hartmann ein internationales Begegnungszentrum, etwa im alten Güterbahnhof an der Corveyer Allee. Dieses Projekt läge ihm besonders am Herzen. Eisentraut stellte klar, dass der Standort Höxter gesetzlich festgeschrieben sei und daran nicht gerüttelt werde. Goeken sprach sich für einen „Reset-Knopf“ aus und betonte die Bereitschaft des Landes zur finanziellen Unterstützung. Auch nach dem offiziellen Ende der Diskussion blieb der Austausch lebendig: Zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten das große Interesse. Als das Symposium endete, war der Saal noch immer gut gefüllt.

Fotos: Thomas Kube

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